Dezember 2005

Wunden einer friedlosen Zeit

Eine ganze Generation hat im Irak nichts anderes erlebt, als Kriege, Armut und Unterdrückung. Die Diktatur, die Golfkriege, die Angriffe gegen die eigene Bevölkerung, aber auch das Embargo haben gerade bei Kindern und Jugendlichen schwere körperliche und seelische Verletzungen hinterlassen.

Nach UNICEF sind etwa eine halbe Million Kinder im Irak traumatisiert, etwa 5.000 davon schwer. Der Irakkrieg im Jahr 2003 hat die posttraumatischen Belastungsstörungen der Kinder noch erheblich verstärkt. Rund 40 Prozent der irakischen Kinder, gleich welcher Religion oder Volkszugehörigkeit, empfinden ihr Dasein nicht als lebenswert. Viele haben Albträume oder schlicht Angst.

Rückblick auf eine Oase des Friedens: das Traumazentrum in Bagdad

Ein ruhender Pol im Getöse der irakischen Hauptstadt war das Kinderhaus von Wings of Hope. In einer herzlichen Atmosphäre, mit viel Raum zum Spielen, Basteln und Toben, umgeben von einem schönen Garten, war das Kinderhaus der ideale Ort für traumatherapeutische Maßnahmen. Betreut wurden dort vor allem die schwerst traumatisierten Kinder, deren furchtbaren Erfahrungen eine besonders intensive Betreuung notwendig machten. In diesem Haus wurden daneben auch die landesweiten Projekte geplant und das Team fortgebildet. Es war das Zentrum der Arbeit von Wings of Hope im Irak.

Seit Dezember 2005 ist das Traumazentrum aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen. Ein ambulanter Notdienst für die am schwerste betroffenen Kinder ist eingerichtet.

Gebäudefassade mit Balkon und Rasenfläche Das Kinderhaus in Bagdad